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New Leadership #3
– Manager vs. Leader

Digitalisierung beginnt im Kopf. New Leadership bedeutet nicht, dass Führung neu erfunden werden muss. Sie steht aber vor der Herausforderung, deutlich anpassungsfähiger zu werden.

Die Digitalisierung macht Schwächen sichtbar und sie beschleunigt den sich dynamisierenden Wandel. Neue Führungsarbeit benötigt deshalb neben zusätzlichen Skills mehr denn je einen passendere Haltung und inneren Kompass.

 

Haltung steuert das Verhalten der Führungskraft

Veränderung verlangt Leadership. An welchen Leitplanken und Denkmustern kann sich eine Führungskraft orientieren, wenn sie sich und ihre Organisation für die digitale Transformation fitmachen möchte? Wichtig ist, das Zusammenspiel von Haltung und Verhalten zu verstehen. Niemand wird glaubhaft und nachhaltig führen können, wenn der innere Führungskompass nicht darauf kalibriert ist, dass die Haltung in hohem Maße das Verhalten steuert.

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In der digitalen Welt werden aber deutlich stärker Leadership-Kompetenzen gefordert sein. Und in veränderungsintensiven Zeiten ist es von besonderer Bedeutung, die emotionale Seite anzusprechen.

 

Technologie erweitert das Kompetenzfeld

Enterprise Social Networks, Collaboration Tools, Software zur Personalentwicklung et cetera erweitern die Möglichkeiten zur Führung. Führungskräfte können mit internen sozialen Netzwerken Communities aufbauen und Wissen mit allen interessierten Mitarbeitern teilen. Mithilfe dieser Tools lassen sich informelle Kommunikationsstrukturen aushebeln. Der technologische Fortschritt ermöglicht es, eine horizontale Führung zu verankern - basierend auf Themen und Kompetenzen und unabhängig von vertikaler Personalverantwortung.

Die neuen Tools, wie z.B. Loopline, nutzen Feedbackfunktionen und soziale Filter. Ideen und Vorschlägen können bewertet werden. Arbeitsleistungen und Entwicklungspotentiale lassen sich schnell kommunizieren und gleichzeitig dokumentieren. Das direkte Feedback über die Software bietet aber auch Führungskräften die Chance, ihre Arbeit zu reflektieren und ihr Führungsrepertoire zu erweitern.

 

Alle führen

Die Zeiten, in denen nur das Management führt, sind vorbei. Führung definiert sich immer stärker über die inhärenten Dynamiken selbststeuernder Teams.

Nehmen wir das Beispiel des ambulanten Krankenpflegedienstes Buurtzorg aus den Niederlanden (“Keep it small, keep it simple. Transforming neighborhood care”, Buurtzorg, 2017): Das Unternehmen betreut mit 900 Teams über 80.000 Patienten und erwirtschaftet über 350 Millionen Euro Umsatz. Die circa 14.000 Pflegekräfte werden dabei von 72 Personen in der Zentrale unterstützt. Buurtzorg kommt ohne Manager aus. Jedes Nachbarschaftsteam besteht aus maximal zwölf Pflegern, ist selbstorganisiert und arbeitet autonom in Nachbarschaften mit 5.000 bis 10.000 Einwohnern. Das Modell funktioniert aus zwei Gründen: erstens Vertrauen und zweitens Technologie.

Das zeigt eindrücklich: Um als Institution weiter wertvoll zu bleiben, muss sich das Management neu erfinden. Entscheidungsbefugnisse, die sich aus dem Status ergeben, verschwinden. Vielmehr sind sie als Hüter der Unternehmensstrategie gefragt. Bis auf vertrauliche Daten ist Information Allgemeingut. Führungskräfte dienen ihren Mitarbeitern als Partner und Coach, geben Orientierung und schaffen einen Arbeits- und Denkrahmen.

Nur wenn alle Mitarbeiter ihre Kompetenzen voll einbringen können und damit selber „führen“, können Unternehmen im digitalen Zeitalter langfristig erfolgreich sein.